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Wohngeld beantragen: Ablauf, Frist und Formulare

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Wohngeld beantragen Sie bei der Wohngeldbehörde Ihrer Gemeinde oder Ihres Kreises. Hier lesen Sie, wer den Antrag stellt, ab wann er wirkt und welche Fristen gelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wohngeld wird nur auf Antrag geleistet, und zwar auf Antrag einer wohngeldberechtigten Person je Haushalt (§ 22 WoGG).

  • Den Antrag stellen Sie bei der Wohngeldbehörde, die nach Landesrecht zuständig ist. Viele Länder bieten einen Online-Antrag an, die zuständige Stelle finden Sie über verwaltung.bund.de.

  • Der Bewilligungszeitraum beginnt am Ersten des Monats, in dem der Antrag gestellt wurde (§ 25 Abs. 2 WoGG). Für zurückliegende Monate gibt es bis auf wenige Ausnahmen kein Wohngeld.

  • Die Wohngeldbehörde entscheidet schriftlich. Das Wohngeld soll für zwölf Monate bewilligt werden, danach ist ein neuer Antrag nötig.

Wer kann den Wohngeldantrag stellen?

Antragsberechtigt ist die wohngeldberechtigte Person. Beim Mietzuschuss ist das die Person, die den Wohnraum gemietet hat und selbst nutzt, beim Lastenzuschuss die Person, die Eigentum an selbst genutztem Wohnraum hat (§ 3 Abs. 1 und 2 WoGG).

Leben mehrere Personen, die für denselben Wohnraum die Voraussetzungen erfüllen, als Haushaltsmitglieder zusammen, ist nur eine von ihnen wohngeldberechtigt. Die Haushaltsmitglieder bestimmen diese Person gemeinsam. Stellt eine von ihnen den Antrag, wird vermutet, dass die anderen sie bestimmt haben (§ 22 Abs. 2 WoGG). Zieht die wohngeldberechtigte Person aus oder stirbt sie, kann ein anderes Haushaltsmitglied den Antrag auf Neubewilligung nach § 27 Abs. 1 stellen, sofern es die Voraussetzungen des § 3 Abs. 1 oder 2 erfüllt.

Ob Sie überhaupt Anspruch haben, klären die Seiten zu den Voraussetzungen und zum Wohngeldanspruch.

Wo beantrage ich Wohngeld?

Zuständig sind die nach Landesrecht bestimmten Stellen. Sie sind Wohngeldbehörde im Sinne des Gesetzes (§ 24 Abs. 1 WoGG). In der Praxis ist das die Wohngeldstelle der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung. Welche Stelle für Ihren Wohnort zuständig ist, zeigt das Verwaltungsportal des Bundes unter verwaltung.bund.de.

Viele Länder bieten den Antrag online an. Die amtlichen Formulare erhalten Sie bei der Wohngeldbehörde oder über das Länderportal. Einen bundesweit einheitlichen Vordruck nennt das Gesetz nicht. Bei Fragen hilft zudem das Info-Telefon Wohngeld des Bundesbauministeriums unter 030 20179050 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr).

Ab wann gilt der Antrag?

Der Bewilligungszeitraum beginnt am Ersten des Monats, in dem der Wohngeldantrag gestellt worden ist. Treten die Voraussetzungen erst in einem späteren Monat ein, beginnt er am Ersten dieses Monats (§ 25 Abs. 2 WoGG). Eine allgemeine Rückwirkung sieht das Gesetz nicht vor. Wer im Juli beantragt, erhält Wohngeld daher frühestens ab dem 1. Juli, auch wenn die Voraussetzungen schon im Mai vorlagen.

Wenige Ausnahmen regelt § 25 Abs. 3 bis 5, etwa wenn eine vorrangige Leistung nach § 7 Abs. 1 abgelehnt wurde und der Antrag vor Ablauf des folgenden Kalendermonats gestellt wird. Auch bei einer rückwirkenden Mieterhöhung kann ein neuer Bewilligungszeitraum früher beginnen.

§ 22 WoGG schreibt für den Antrag keine bestimmte Form vor. Maßgeblich ist der Monat der Antragstellung. Wer seinen Antrag deshalb zunächst schriftlich und ohne amtliches Formular einreicht, wahrt damit den Antragsmonat und kann die Unterlagen danach zusammenstellen. Welche Nachweise die Behörde anschließend verlangt, steht auf der Seite zu den Wohngeldunterlagen.

Wie läuft der Wohngeldantrag Schritt für Schritt ab?

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  1. Prüfen Sie mit dem Wohngeldrechner des Bundesbauministeriums, ob ein Anspruch in Betracht kommt. Den Betrag berechnet die Wohngeldbehörde verbindlich.

  2. Stellen Sie den Antrag möglichst früh, denn der Monat der Antragstellung bestimmt den Beginn des Bewilligungszeitraums.

  3. Füllen Sie das Antragsformular der zuständigen Wohngeldbehörde aus und geben Sie alle für die Leistung erheblichen Tatsachen an (§ 23 Abs. 1 WoGG).

  4. Legen Sie die verlangten Nachweise bei, zum Beispiel Verdienst- und Mietbescheinigung.

  5. Reichen Sie fehlende Unterlagen nach, wenn die Behörde sie anfordert.

  6. Warten Sie den schriftlichen Bescheid ab. Dauert die Prüfung voraussichtlich längere Zeit und besteht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein Anspruch, kann die Behörde das Wohngeld vorläufig zahlen (§ 26a WoGG).

Bearbeitung und Bescheid

Die Wohngeldbehörde entscheidet über den Antrag schriftlich. Der Entscheidung legt sie die Verhältnisse zugrunde, die im Zeitpunkt der Antragstellung für den Bewilligungszeitraum zu erwarten sind. Änderungen zwischen Antragstellung und Bescheid werden grundsätzlich nicht berücksichtigt, mit Ausnahme der Fälle des § 27 Abs. 1 und 2 und des § 28 Abs. 1 bis 3 (§ 24 Abs. 2 WoGG).

Der Bewilligungsbescheid muss einen Hinweis auf die Mitteilungspflichten enthalten und soll darauf hinweisen, dass der Antrag für die Zeit nach dem Bewilligungszeitraum wiederholt werden kann (§ 24 Abs. 3 WoGG). Das Wohngeld wird monatlich im Voraus gezahlt, Einzelheiten stehen in § 26 WoGG. Verbindliche Bearbeitungszeiten nennt das Gesetz nicht, sie hängen von der jeweiligen Behörde ab.

Welche Fristen gelten beim Wohngeld?

Die folgende Tabelle fasst die Fristen und Mitteilungspflichten zusammen, die sich aus dem Wohngeldgesetz ergeben.

Quelle: §§ 22, 25, 27 und 28 WoGG, Stand 2026
AnlassRegelBeleg
BewilligungszeitraumSoll zwölf Monate betragen, kann verkürzt oder bei gleichbleibenden Verhältnissen auf bis zu 24 Monate verlängert werden.§ 25 Abs. 1
Beginn der ZahlungErster des Monats, in dem der Antrag gestellt wurde.§ 25 Abs. 2
WeiterleistungsantragWird früher als zwei Monate vor Ablauf gestellt, gilt der Erste des zweiten Monats vor Ablauf als Antragszeitpunkt.§ 22 Abs. 4
ErhöhungsantragAuf Antrag neu bewilligen bei mehr Haushaltsmitgliedern, Miete oder Belastung über 10 Prozent höher oder Gesamteinkommen über 10 Prozent niedriger.§ 27 Abs. 1
Mitteilung bei ÄnderungenUnverzüglich mitteilen, wenn sich die Zahl der Haushaltsmitglieder verringert, die Miete oder Belastung um mehr als 15 Prozent sinkt oder das Einkommen um mehr als 15 Prozent steigt.§ 27 Abs. 3
Mitteilung bei LeistungsbezugUnverzüglich mitteilen, wenn ein Verfahren auf Grundsicherung oder eine vergleichbare Leistung beginnt.§ 28 Abs. 4
AuszugUnverzüglich mitteilen, dass der Wohnraum nicht mehr genutzt wird.§ 28 Abs. 1

Wird eine Änderung erst nach Ablauf des Bewilligungszeitraums bekannt, kann die Behörde sie nach § 27 Abs. 4 WoGG längstens für drei Jahre rückwirkend berücksichtigen. Wurde eine mitteilungspflichtige Änderung nicht mitgeteilt, sind es bis zu zehn Jahre. Zum Antrag für die Zeit danach lesen Sie die Seite zum Weiterleistungsantrag.

Was sich 2027 ändern soll

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Neufassung des Wohngeldes zum 1. Januar 2027 vorgelegt (BT-Drs. 21/8284). Er ist noch nicht beschlossen. Nach der geplanten Übergangsregelung in § 42e bleibt vor dem 1. Januar 2027 bewilligtes Wohngeld bis zum Ende seines Bewilligungszeitraums unverändert. Über Anträge, die bis zum 31. Dezember 2026 gestellt, aber noch nicht entschieden sind, soll bis Dezember nach altem und ab Januar nach neuem Recht entschieden werden. Ist der Betrag ab Januar niedriger, soll es für den Rest des Bewilligungszeitraums beim Dezemberbetrag bleiben. Ein Antrag noch im Jahr 2026 sichert damit den Beginn des Bewilligungszeitraums vor dem Stichtag. Weitere Einzelheiten stehen auf der Seite zur Wohngeldreform.

Gibt es einen Wohngeldantrag als PDF?

Die amtlichen Formulare stellen die Wohngeldbehörden und die Länderportale bereit, häufig auch als Download. Weil die Vordrucke je nach Land und Behörde abweichen, sollten Sie das Formular Ihrer zuständigen Stelle verwenden.

Muss ich jedes Jahr einen neuen Antrag stellen?

Das Wohngeld soll für zwölf Monate bewilligt werden. Bei voraussichtlich gleichbleibenden Verhältnissen kann der Bewilligungszeitraum bis zu 24 Monate betragen (§ 25 Abs. 1 WoGG). Danach ist ein neuer Antrag nötig.

Kann ich Wohngeld für die Vergangenheit beantragen?

Nein, bis auf die wenigen Ausnahmen des § 25 Abs. 3 bis 5 WoGG beginnt der Bewilligungszeitraum am Ersten des Antragsmonats.

Wer hilft bei Fragen zum Antrag?

Die Wohngeldbehörde berät zum Antrag. Außerdem erreichen Sie das Info-Telefon Wohngeld des Bundesbauministeriums unter 030 20179050.

Quellen